Unfälle von jungen Erwachsenen im Strassenverkehr
Ausgangslage
Im Jahr 2025 verletzten sich auf Schweizer Strassen 440 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren schwer und 16 tödlich. Zwischen 2016 und 2025 nahm die Zahl der schweren Personenschäden zunächst ab und dann wieder zu. Die Unfallzahlen des Jahres 2025 liegen somit wieder auf dem Niveau von 2016.
Während die Zahl der schweren Personenschäden bei den Jugendlichen und den Seniorinnen und Senioren in den letzten Jahren anstieg, blieb das Unfallgeschehen in den anderen Altersgruppen stabil oder ging zurück.
Unfallgeschehen
Insgesamt werden in der Schweiz jedes Jahr 3950 Personen im Strassenverkehr schwer verletzt und 230 getötet. 11 % der Schwerverletzten und Getöteten sind junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren, bei einem Bevölkerungsanteil von 8 %. Diese Altersgruppe ist im Unfallgeschehen somit überrepräsentiert.
Unfall- und Verletzungsrisiko
Schwere Strassenverkehrsunfälle von 18- bis 24-Jährigen sind im Vergleich zu den anderen Altersgruppen sehr häufig, aber nicht viel schwerer. Die Unfallrate pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist fast so hoch wie bei den 15- bis 17-Jährigen; die Letalität ähnlich hoch wie bei den 25- bis 64-Jährigen: Von 10 000 verletzten jungen Erwachsenen sterben etwa 80.
Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren erleiden vor allem mit dem Motorrad und dem Auto schwere Personenschäden. Bezogen auf die Bevölkerungsgrösse weisen sie als PW-Insassinnen oder PW-Insassen eine ähnlich hohe Unfallrate auf wie die Seniorinnen und Senioren ab 75 Jahren.
Unfallmerkmale
Die schweren Unfälle der 18- bis 24-Jährigen weisen u. a. folgende Merkmale auf:
- Etwa 9 von 10 jungen Erwachsenen verunfallen als Lenkerin oder Fussgänger, etwa 1 von 10 als Mitfahrerin oder Mitfahrer.
- Drei Viertel der jungen Erwachsenen verursachen ihre schweren Unfälle selbst.
- Drei Viertel der schwer verletzten und getöteten 18- bis 24-Jährigen sind Männer.
- Je fast die Hälfte der jungen Erwachsenen verunfallt innerorts und ausserorts, aber nur wenige auf Autobahnen.
6 von 10 der schwer verletzten oder getöteten 18- bis 24-Jährigen verunfallen bei Tageslicht. Im Vergleich zu den anderen Altersgruppen ist der Anteil schwerer Unfälle bei Dämmerung/Nacht und am Wochenende bei den jungen Erwachsenen deutlich höher.
Unfalltypen und Unfallursachen
Junge Erwachsene erleiden die Hälfte ihrer schweren Personenschäden bei Schleuder- und Selbstunfällen und jeweils etwa ein Viertel bei selbst und nicht selbst verursachten Kollisionen. Die 18- bis 24-Jährigen verunfallen also häufiger bei Schleuder- und Selbstunfällen und seltener bei Kollisionen als die 25- bis 64-Jährigen. Der Anteil der selbst verursachten Kollisionen ist höher.
Mehr als ein Drittel der schweren Personenschäden bei Schleuder- und Selbstunfällen junger Erwachsener ist auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen, ein Fünftel auf Alkohol und gut ein Sechstel auf Unaufmerksamkeit und Ablenkung. Der Anteil der schweren Unfälle mit Hauptursache Geschwindigkeit ist deutlich höher, jener mit Hauptursache Alkohol ist ähnlich hoch wie bei den 25- bis 64-Jährigen.
Gut ein Fünftel der schweren Personenschäden bei selbst verursachten Kollisionen von jungen Erwachsenen ist auf Unaufmerksamkeit und Ablenkung zurückzuführen und jeweils je ein Achtel auf Vortrittsmissachtung und Geschwindigkeit. Im Gegensatz zum Alkoholkonsum spielt überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit bei den 18- bis 24-Jährigen eine grössere Rolle als bei den 25- bis 64-Jährigen.
Quellen
- ASTRA: Strassenverkehrsunfälle (SVU) – Vollerhebung aller polizeilich registrierten Strassenverkehrsunfälle
- BFS: Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) – Gesamtschweizerische Erhebung aus Personenregistern der Gemeinden, Kantone und des Bundes