Fahrerassistenzsysteme für die Verkehrssicherheit entwickeln
Notbremsassistent, Notfall-Spurhalteassistent oder Müdigkeitswarner: Fahrerassistenzsysteme unterstützen Fahrerinnen und Fahrer und können Unfälle vermeiden oder ihre Folgen mindern.
Einleitung
Fahrerassistenzsysteme erfassen das Verkehrsgeschehen mithilfe von Sensoren und Algorithmen und greifen unterstützend in den Fahrprozess ein. Sie warnen vor Gefahren oder reagieren selbstständig, etwa durch automatisches Bremsen oder Stabilisieren des Fahrzeugs. Unter optimalen Bedingungen haben sie das Potenzial, einen erheblichen Anteil schwerer Unfälle zu verhindern – vorausgesetzt, die Systeme werden korrekt genutzt. Die Verantwortung für das Fahrzeug bleibt jederzeit bei den Fahrzeuglenkenden.
Grundlagen für die Umsetzung
Zum Thema Fahrerassistenzsysteme liegen verschiedene Fachpublikationen vor, die zentrale Aspekte vertiefen und eine nützliche Basis für die Planung und Realisierung schaffen.
- Automatisiertes Fahren – MischverkehrHerausgeber : Markus DeubleinAutomatisierte Fahrzeuge gelten als wichtige Chance für mehr Verkehrssicherheit, treffen jedoch über Jahrzehnte auf einen Mischverkehr mit konventionellen Fahrzeugen, Fussgängern und Radfahrenden. Die Publikation zeigt, dass gerade diese Übergangsphase neue Risiken birgt: Entscheidend sind die Interaktion und Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Im Fokus stehen Herausforderungen bei der Verständigung, mögliche Sicherheitsverluste sowie Ansätze für standardisierte und verständliche Kommunikationskonzepte, die langfristig eine sichere Integration automatisierter Fahrzeuge unterstützen sollen.
- Automatisiertes Fahren – FahrausbildungHerausgeber : Markus Deublein, Hysen BerbatovciDie zunehmende Automatisierung des Strassenverkehrs verändert nicht nur Fahrzeuge, sondern auch die Anforderungen an die Fahrkompetenz. Die Publikation zeigt, dass Fahrerassistenzsysteme und selbstfahrende Funktionen neue Risiken und Verantwortlichkeiten mit sich bringen, insbesondere im Mischverkehr und bei der Mensch-Maschine-Interaktion. Im Fokus stehen neue Kompetenzanforderungen, die Weiterentwicklung von Fahrausbildung und Fahrprüfung sowie die Frage, wie Wissen über Funktionen, Grenzen und den sicheren Umgang mit automatisierten Systemen langfristig zur Unfallprävention beitragen kann.
- Assistierte Fahrfunktionen auf AusserortsstrassenHerausgeber : Hatun Atasayar, Maria Scheibmayr, Florian Schneider, Jasmin Zimmermann, Markus Deublein, Matthias Kühn, Jenö BendeAssistierte Fahrfunktionen der Automatisierungsstufe SAE-L2 sind für Autobahnumgebungen ausgelegt, können jedoch auch auf Ausserortsstrassen genutzt werden. Die Publikation untersucht, wie zuverlässig diese Systeme unter den dort typischen infrastrukturellen und verkehrlichen Bedingungen funktionieren und wie stark Lenkende in die Fahraufgabe eingebunden bleiben. Die Ergebnisse zeigen Schwächen bei Spurhaltung und Geschwindigkeitsanpassung sowie Grenzen bei der sicheren Nutzung auf Ausserortsstrassen. Damit liefert die Studie wichtige Grundlagen für die Bewertung solcher Systeme aus Sicht der Verkehrssicherheit.