Verhaltensvorschriften für die Verkehrssicherheit optimieren
Promillegrenze, Gurtentragpflicht, Tempolimiten oder Vortrittsregelungen: Diese allgemeinen und ortsgebundenen Verhaltensvorschriften bestimmen, wie sich Verkehrsteilnehmende im Strassenverkehr verhalten sollen. Sie bilden einen zentralen Pfeiler der Verkehrssicherheit.
Hintergrund
Verhaltensvorschriften schaffen verbindliche Rahmenbedingungen für sicheres Verhalten. Sie regeln Geschwindigkeit, Abstand, Vortritt oder Ausrüstungspflichten und reduzieren so Risiken systematisch. Ihre Wirkung entfalten sie dann, wenn sie verständlich, breit akzeptiert und konsequent durchgesetzt werden.
Grundlagen für die Umsetzung
Zum Thema Verhaltensvorschriften liegen verschiedene Fachpublikationen vor, die zentrale Aspekte vertiefen und eine nützliche Basis für die Planung und Realisierung schaffen.
- Velofahren – Rechtsabbiegen bei RotHerausgeber : BFUMit der Freigabe des Rechtsabbiegens bei Rot für Velofahrende wird eine Velofördermassnahme umgesetzt, die jedoch zusätzliche Konfliktpunkte im Knotenbereich schafft, etwa mit Fussverkehr, motorisiertem Verkehr und dem ÖV. Die BFU definiert klare Einsatzkriterien zu Sicht, Infrastruktur und Verkehrsbelastung, um Risiken zu begrenzen. Trotz Signalisation bleibt der Vortritt aufgehoben; Fehlanwendungen und Mitzieheffekte sollen durch Kommunikation, Kontrolle und Nachbeobachtung reduziert werden.
- RechtsvortrittHerausgeber : BFURechtsvortritt eignet sich insbesondere für Tempo-30-Zonen und Quartierstrassen, in denen keine Fahrbeziehung bevorzugt werden soll. Die BFU zeigt, dass die Verkehrssicherheit an solchen Knoten stark von einer klaren Erkennbarkeit des Vortrittsregimes und ausreichenden Sichtweiten abhängt. Empfohlen wird der Einsatz vor allem bei gleichwertig gestalteten und ähnlich belasteten Zufahrten. Gestalterische Mass-nahmen und Markierungen können die Wahrnehmbarkeit verbessern und Fehlinterpretationen der Vortrittsregel reduzieren.
- Radverkehr – LinksabbiegenHerausgeber : BFULinksabbiegen zählt zu den anspruchsvollsten Fahrmanövern im Radverkehr, da es hohe Anforderungen an Wahrnehmung, Koordination und Interaktion mit dem motorisierten Verkehr stellt. Die BFU ordnet verschiedene verkehrstechnische Lösungen als Mittel ein, um den Vorgang in einzelne Schritte zu gliedern und Rad-fahrende besser sichtbar zu machen. Je nach Knotenform, Verkehrsaufkommen und Platzverhältnissen kommen signalisationstechnische oder bauliche Führungsformen zum Einsatz, um die Verkehrssicherheit beim Linksabbiegen zu unterstützen.